Förderverein Lebensgerechtes
Wohnen OWL e.V.
Harrogate Allee 2
33604 Bielefeld
Tel.: 0521-270 64 90
Ansprechpartner:
Dipl. Soz. Päd. Gabriele Afra
E-mail:
info@lebensgerechtes-wohnen.de
Öffnungszeiten:
Mittwoch 10.00 - 13.00 Uhr
Donnerstag 16.00 - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung
Badevergnügen für alle Altersstufen: Universal Design im Badezimmer
Fachartikel
Badevergnügen für alle Altersstufen: Universal Design im Badezimmer
Unter dem Begriff „Universal Design“ lassen sich all die Anforderungen an ein Produkt zusammen fassen, welche eine Nutzung von allen Menschen, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand ermöglichen und gleichzeitig Form, Funktion, Komfort und Ästhetik optimal vereinen. So soll gleichermaßen eine breite sowie möglichst individuelle Nutzbarkeit für alle Menschen gewährleistet sein.
Wie also kann ein Badezimmer unter diesen Prämissen gestaltet werden ?
Zunächst ist dieses Badezimmer barrierefrei. Dass heißt, die Türen sind so breit, dass sie, für alle Fälle, auch mit Gehhilfen oder auch einem Rollstuhl stufenlos passierbar sind.
Der Duschbereich ist mit einer bodengleichen Dusche ausgestattet, ist frei zugänglich und bietet die Mindestmaße 1,20m x1,20m. Die Bodenfliesen sind rutschfest und bieten so auch bei Nässe erhöhte Sicherheit vor Stürzen.
In der Dusche sind Stütz- oder Haltegriffe vorhanden und idealerweise auch ein klappbarer Duschsitz, der an der Wand montiert, bequemes und sicheres Duschen ermöglicht.
Die wärme-isolierten Einhebelthermostat-Armaturen sind aus dem Sitz erreichbar seitlich des Körpers angebracht. Sie sind so leicht bedienbar und schützen vor Verbrühungen.
Die Aussteller sind (v. l. n. r.):
Udo Hackmann, Elektro- und Kommunikationstechnik
Bauunternehmen Obermann GmbH
Gisela Hilse, Innenarchtektur
Philipp Haustechnik
Helga Haunert, Montafon Dusch-Wc
nicht im Bild
Die Toilettenkeramik ist auf Sitzhöhe von 48 cm montiert und neben der Toilette ist ein Stromanschluss vorhanden, damit ein Dusch-WC angeschlossen werden kann.
Das Bad ist darüber hinaus mit zentral gesteuerten Bewegungsmeldern, ausreichender Beleuchtung und leicht erreichbaren Aufbewahrungs- möbeln und eventuell einer Sitzgelegenheit ausgestattet.
Wenn zusätzlich eine Badewanne gewünscht ist, ist diese idealerweise mit einem Türeinstieg und seitlichen Haltegriffen versehen. Bei Platzmangel ist eine Badewanne mit Türeinstieg und intergrierter Dusche eingesetzt.
Die Bewegungsfläche vor Dusche, Badewanne, Waschbecken und WC beträgt
1,20m x1,20m, die Abstände zwischen den Sanitärobjekten betragen 20 cm und zwischen Sanitärobjekten und Wand 30 cm. Ist das Bad darüber hinaus rollstuhlgerecht, erhöhen sich die Dusch- und Bewegungsflächen auf 1,50m x 1,50m und das WC ist von einer Seite voll zugänglich.
Das Waschbecken sollte voll unterfahrbar sein. Dabei muss beachtet werden, das der Badezimmerspiegel bis zum Waschbecken hinab reich, damit sich der Nutzer auch Sitzen sehen kann.
Auch wenn die geschilderten Prämissen erfüllt sind, muss dieses Bad heute längst nicht mehr steril wirken oder aber direkt Assoziationen zu Krankheit und Alter wecken und damit den Nutzer stigmatisieren.
Die Hersteller sind der demographischen Entwicklung gefolgt und haben ihre Produkte den Bedarfen von älteren, und/oder eingeschränkten Menschen und Familien zunehmend funktionell aber auch ästhetisch angepasst, nicht zuletzt um den Erfolg versprechenden Vorgaben des Universal Design Rechnung zu tragen.
Im Ergebnis dieser Entwicklung sehen wir ästhetisch sowie funktionell höchst
anspruchsvolle Sanitärprodukte, die in ihrer Wirkung Komfort, Wohlbehagen,
Bequemlichkeit und Sicherheit gepaart mit einem großzügigen Raumgefühl und
Modernität ausstrahlen.
Selbstredend kann ein so vorausblickend geplantes und gestaltetes Bad bei Bedarf an jede eintretende Veränderung, zum beispiel durch Familienzuwachs, sich verändernde Ansprüche durch das Älterwerden aber auch Einschränkungen durch Krankheit und/oder Behinderung ohne Probleme oder umfängliche und kostspielige Umbauten angepasst werden.
Dem Jüngsten stellen die Eltern ein Miniplanschbecken in die bodengleiche Dusche, der ältere Mensch installiert sich weitere Haltegriffe, erkrankte Menschen lassen sich zusätzlich zu den Bewegungsmeldern ein Rufsysthem installieren und der Musikliebhaber ein Unterputzradio mit integriertem MP3-Player, das zentral über ein Bussysthem gesteuert, bei Bedarf wie das Licht automatisch angeht, sobald jemand den Raum betritt.
Das Fazit ist: Universal Design im Bad bietet lebenslang eine solide Grundlage für jede Lebenslage !
Autoren: Fa. Obermann, Fa. Philipp, Frau Hilse
Gerne können sie sich das Bad während der Öffnungszeiten des
Kompetenzzentrums des Fördervereins Lebensgerechtes Wohnen OWL e.V. ansehen !
