Förderverein Lebensgerechtes
Wohnen OWL e.V.
Harrogate Allee 2
33604 Bielefeld
Tel.: 0521-270 64 90
Ansprechpartner:
Dipl. Soz. Päd. Gabriele Afra
E-mail:
info@lebensgerechtes-wohnen.de
Öffnungszeiten:
Mittwoch 10.00 - 13.00 Uhr
Donnerstag 16.00 - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung
Funktionsweise und Technik von Hausnotruf-Diensten
Birgit Hoffmann
Ein Hausnotruf-Dienst verbindet einen Nutzer über das Telefonnetz mit einer Dienstleistung. Diese Dienstleistung ist immer die Versorgung mit Hilfen in einer häuslichen Notsituation, wie zum Beispiel nach einem Sturz oder akuten Schmerzzuständen. Es können aber auch andere Dienstleistungen angeschlossen sein, wie zum Beispiel die tägliche Erinnerung an die Medikamenteneinnahme.
Hausnotruf-Geräte, die über das Telefonnetz an eine Zentrale angeschlossen sind, bestehen aus zwei Komponenten: die über den Telefonanschluss gekoppelte Basisstation und einen Handsender, den sogenannten Funkfinger. Ein kurzes Antippen des Funkfingers reicht aus, um eine Sprechverbindung mit der Hausnotruf-Zentrale herzustellen. Die Hausnotruf-Geräte haben einen integrierten Lautsprecher und ein hochempfindliches Mikrofon, so dass eine Verständigung innerhalb der Wohnung möglich ist. Die Technik ist so ausgelegt, dass man sich möglichst aus allen Räumen der Wohnung verständigen kann.
Falls keine Sprechverbindung zustande kommt, ist es den Mitarbeitern der Hausnotruf-Zentrale möglich, in die Wohnung „hineinzuhören“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich in ihrem häuslichen Umfeld unabhängig bewegen, da sie auch dann mit der Hausnotruf-Zentrale in Kontakt treten können, wenn sie sich nicht im gleichen Raum wie die Basisstation aufhalten. Die Freisprechdistanz beträgt bis zu 50 Meter, so dass häufig auch Keller (in Abhängigkeit von der Bausubstanz), Garten usw. mit abgedeckt sind.
Die Hand- bzw. Funkfinger werden entweder um den Hals („Medaillon“) oder am Handgelenk („Uhr“) getragen. Sie sind wasserdicht und stoßfest, so dass sie auch beim Duschen getragen werden können. Um sicherzustellen, dass der Hausnotruf auch bei einem Stromausfall funktioniert, ist die Basisstation mit einem Akku ausgestattet. Einige Hausnotruf-Geräte können so programmiert werden, dass regelmäßig (1-2 mal pro Tag) eine Aktivitätentaste gedrückt werden muss. Bleibt diese Meldung aus, wird automatisch ein Notruf ausgelöst. Damit soll insbesondere für Teilnehmer mit einem hohen Unterstützungsbedarf oder besonderen Risiken ausgeschlossen werden, dass sie über einen längeren Zeitraum ohne Hilfe bleiben, falls es ihnen nicht gelungen ist, einen Notruf abzusetzen.
Die eingehenden (Not-)Rufe werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hausnotruf-Zentrale entgegengenommen und bearbeitet. Mit Hilfe der dort im Computer gespeicherten Teilnehmerdaten können eingehende Rufe automatisch dem jeweiligen Kunden zugeordnet werden. Sobald ein Ruf eingeht, erscheinen die wesentlichen Teilnehmerdaten auf einem Monitor, wie z.B. Name und Adresse des Anrufers, bekannte Hilfebedarfe, Erkrankungen und Krankengeschichte, Anlässe der letzten Anrufe sowie zu benachrichtigende Angehörige, Nachbarn, Freunde. So können die Mitarbeiter der Zentrale – auch wenn kein Sprechkontakt zustande kommt – erkennen, wer Hilfe benötigt und darauf entsprechend reagieren.
Die Hausnotruf-Zentrale ist rund um die Uhr besetzt. Meist handelt es sich dabei um Personal, das über medizinische Kenntnisse verfügt und besonders geschult ist (z.B. aus dem Rettungswesen). Aufgabe des Personals ist, eingehenden Rufe entgegenzunehmen, über eine dem Bedarf angemessenen Reaktion zu entscheiden und die entsprechenden Hilfemaßnahmen einzuleiten. Die Hausnotruf-Zentrale bildet damit die eigentliche Schnittstelle zwischen den Nutzern und den Notfallinterventionen bzw. weiteren unterstützenden Dienstleistungen.
Die wesentliche Leistung der Hausnotruf-Dienste besteht in der Entgegennahme der (Not-)Rufe und einer kompetenten Entscheidung über die zu treffenden Maßnahmen. Wenn eine Sprechverbindung zu dem betreffenden Nutzer zustande kommt, so erfragt der Mitarbeiter den Grund des Anrufs und entscheidet gemeinsam mit dem Anrufer über das weitere Vorgehen. Kommt es zu keiner Sprechverbindung, werden in der Regel sofortige Maßnahmen durch den Hausnotruf-Dienst veranlasst (Rettungsdienst, Bereitschaftsdienst und/oder Bezugspersonen). In diesen Fällen muss unverzüglich gehandelt werden, da es sich um lebensbedrohliche Notfälle handeln könnte.
Kommt es bei bestimmten Nutzerinnen und Nutzern gehäuft zu Fehlalarmen, also Alarmen, die nicht aufgrund einer (lebens-)bedrohlichen Notsituation ausgelöst wurden, so wird der Hausnotruf-Dienst die möglichen Ursachen erforschen (z.B. Einsamkeit, Kommunikationsbedürfnis), um dann in Zusammenarbeit und in Rücksprache mit dem Nutzer eine Lösung zu finden.
