Förderverein Lebensgerechtes
Wohnen OWL e.V.

Harrogate Allee 2
33604 Bielefeld
Tel.: 0521-270 64 90
Ansprechpartner:
Dipl. Soz. Päd. Gabriele Afra
E-mail:
info@lebensgerechtes-wohnen.de

Öffnungszeiten:
Mittwoch 10.00 - 13.00 Uhr
Donnerstag 16.00 - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Mit einer Umfeld-Sprachsteuerung das persönliche Umfeld steuern

Udo Hackmann

Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen eine automatische Steuerung nützlich oder sogar notwendig wird. Automatische Steuerungen werden oftmals in öffentliche Gebäuden eingesetzt, um die Beleuchtung, Belüftung und Heizung zentral zu regulieren.
Das erleichtert die Bedienung wenn ganze Hallen und Gebäude

Aus diesen Steuerungen heraus hat sich auch die Umfeldsteuerung entwickelt, die an den Bedarfen gesundheitlich stark eingeschränkter Menschen ausgerichtet ist.
Die Umfeldsteuerung, ein kleines handliches Gerät, kann Kommandos in elektronische Signale übersetzen, mittels derer wiederum andere Geräte gesteuert werden. Die Kommandos selbst können auf unterschiedlichste Weise übermittelt werden. Das
können technische und manuell zu bedienende Eingabegeräte wie eine Computertastatur oder eine Computermouse sein. Aber auch der Mensch selbst kann als „Eingabegerät“ fungieren, wenn er die Kommandos per Augenzwinkern oder Sprache eingibt. Über
Sprachbefehle wird die Umfeldsteuerung zur Sprachsteuerung.

Das durch ein Kabel, Funk, Infrarot, Kamera oder Mikrofon empfangene Kommando wird in ein Signal umgewandelt und wiederum über Kabel, Funk oder Infrarot gesendet. Das empfangene Endgerät setzt das Signal in eine Aktion um, das heißt im einfachsten Fall:
Das signalempfangende Gerät geht an oder aus. Über die Inbetriebnahme hinaus kann das signalempfangende Gerät auch funktionell gesteuert werden, für ein TV-Gerät bedeutet dies, dass zwischen den Programmen gewählt, auf den Bildschirmtext zugegriffen und innerhalb dessen navigiert werden und die Lautstärke angepasst werden kann.

Die Anzahl und Auswahl der verwendeten Kommandos hängt vom Funktionsumfang der Endgeräte ab. Für eine elektrisch zu öffnende Tür gibt es zwei Kommandos: „Tür auf“ und „Tür zu“. Für eine Heizung gibt es bereits vier Kommandos: „An“, „Aus“, „Kälter“ und „Wärmer“.  Jedes dieser Kommandos muss, durch den zukünftigen Anwender gesprochen, mehrmals aufgenommen werden.
Die Wiederholung der Aufnahme eines Kommandos ist notwendig, da die menschliche Stimme, insbesondere von chronisch kranken Menschen, starken krankheits- und tageszeitspezifischen Schwankungen und Abweichungen in der Modulation (Stimmhöhe, Klangfarbe, Spezifik der Aussprache usw.) unterworfen ist. Aus den verschiedenen Aufnahmen wird ein Klangquerschnitt des Kommandos erstellt. So wird ein größtmöglicher Wiedererkennungswert des gesprochenen Kommandos für das Gerät erreicht. Jedes Kommando ist am Gerät später aber auch noch ohne PC einzeln nachtrainierbar, falls im Betrieb Erkennungsprobleme auftreten. Eine gute Sprachsteuerung ist gleichzeitig auch über Tasten bedienbar.

Alle Menüpunkte (TV, Fenster, Heizung, usw.) und Kommandos („An“, „Aus“, „Auf“, „Zu“, usw.) werden am Display angezeigt und können zusätzlich über Lautsprecher angesagt werden.

Bei Anschluß spezieller Sensoren, wie Saug-Blasschalter, Fußschalter, Kopfschalter, Einzeltaster, kann ein Sprachsteuerungssysthem auch von sprachbehinderten Menschen bedient werden. Dabei wird das Befehlsmenü automatisch durchlaufen, d.h. die Sprachsteuerung gibt die eingesprochene Kommandos wiederum als Sprachkommandos aus und der Benutzer bestätigt die gewünschten Kommandos durch eine Sensorreaktion.

SICareMit der Sprachsteuerung von SICare wird es möglich, eine Vielzahl von Funktionen, die für ein selbstbestimmtes Leben notwendig sind, allein durch gesprochene Kommandos auszuführen und dafür eingerichtete Geräte zu steuern, wie zum Beispiel:

  • Videorecorder
  • HiFi Anlagen
  • Telefon, Beleuchtung, Funksender
  • Fahrstühle
  • Ruf- und Alarmanlagen
  • Elektrorollstühle
  • über Motoren verstellbare Betten, Fenster, Türen, Jalousie
  • Heizung
  • PC


Damit können behinderte Menschen nun viele Dinge tun, für die sie bisher auf die Hilfe von Betreuungspersonen angewiesen waren:

sich eigenständig bewegen
mit anderen kommunizieren
Medien nutzen
das eigene Wohlbefinden steigern
jederzeit Hilfe in Reichweite haben.

Der Funktionsumfang eines Sprachsteuerungssytems hängt von den Einstellungen des Gerätes ab. Die Einrichtung am PC durch einen Fachmann. Das Gerät ist danach ohne PC voll funktionsfähig.

Zudem ist ein Sprachsteuerungssytem idealerweise in das  Hilfsmittelverzeichnis des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen aufgenommen. Darüberhinaus muss es
beliebig viele Sprachen erkennen und ausgeben, uneingeschränkt transportabel sein, für mehrere Personen einsetzbar sein, sollte  Störgeräusche bis zu 50 dBtolerieren, muss zum Schutz vor Stromausfällen mit einem Akku ausgestattet und auf spezifische Bedarfe hin erweiterbar sein.